Die Hmong leben in Laos traditionell auf den Bergen. Ihrer Geschichte nach sind sie aus dem heutigen Tibet zugewandert. Ihre Sprache ist sehr melodiös, beinahe singend.

Als Besonderheit im asiatischen Sprachraum verwenden sie lateinische Schriftzeichen, wohl das Überbleibsel früherer Missionierungsversuche. Ihre Häuser scheinen für die Ewigkeit gebaut, tief heruntergezogene Grasdächer bedecken die stabilen Gebäude aus dunklem Holz, die sich wie Vogelnester an die bergige Umgebung anschmiegen. Die Hmong leben in großen Familien-Clans mit sehr strengen Regeln und Gesetzen.

Kann man die Khmu als Sammler bezeichnen, so sind die Hmong Händler. Häufig besitzen sie große Tierbestände, bauen Ackerfrüchte an und nutzen das Angebot des Dschungels. Oft sieht man bewaffnete Männer zur Jagd ziehen. Sie halten kleine, robuste Packpferde zum Transport ihrer Waren von den kaum zugänglichen Bergregionen zu den entlegenen Ebenen. In den Dörfern sieht man die Familien beim gemeinsamen Herstellen von Handarbeiten. Frauen, Männer und Kinder fertigen an einfachen Tretnähmaschinen wahre Wunderwerke in Applikationstechnik, jeder erlernt das Sticken und eine typische Variante der Indigo-Batik. Bettüberwürfe, Taschen, Jacken, traditionelle Bekleidung etc. werden zum Eigen- Bedarf, aber heute hauptsächlich zum Verkauf im touristischen Zentrum Luang Prabang oder der Hauptstadt Vientiane hergestellt. Als Luang Prabang vor dreizehn Jahren in das Unesco Weltkulturerbe aufgenommen wurde, setzten sich einige Hmong-Frauen dort auf die Strasse und boten den Touristen ihre Handarbeiten an. Abend für Abend wurden sie von der Polizei verjagt. Beharrlich kamen sie jeden Tag wieder bis die Ordnungsmacht aufgab. So ist es ihrer Ausdauer zu verdanken, dass der wunderschöne, allabendlich stattfindende Nachtmarkt eine der großen Attraktionen Luang Prabang`s wurde. Ganze Familien leben nun vom Handel auf diesem Markt.

Spiritismus und Animismus ist der traditionelle, auch heute noch gelebte Glaube dieser Volksgruppe. Die Rituale werden mit Selbstverständlichkeit und großem Ernst durchgeführt. Fremden gegenüber erscheinen die Hmong eher „zugeknöpft“ bis misstrauisch. Ist das Eis aber gebrochen, sind sie, obwohl sie immer zurückhaltend bleiben, sehr gute und verlässliche Gastgeber und Freunde. Die Hmong stellen die drittgrößte Ethnie des Landes.

Hmong-Ehepaar, beide laut ihrer Aussage um die 100 Jahre alt